Einblicke

Alles ist für mich Hingabe. Lauschen, da-sein, mich fallenlassen.

In der Massage stelle ich den Menschen, die ich berühre mit meinen Händen Fragen.. und höre dann hin. Genau wie im Gebet – schweigende, liebevolle Hinwendung und dann einfach hingebungsvolles Dasein.

Auf einer anderen Ebene, gebe ich den Prozess (manchmal ganz) ab. Und dann sind es die Hände selbst, oder das, was durch sie wirkt, die Fragen stellen und sprechen.

Und wie im Gebet ist es nicht nur Hingabe und Hinwendung, sondern auch Ehrerbietung, Wertschätzung, Dankbarkeit für den Menschen.

Und – wie im Gebet – wenn sich das „ich“ und „du“ annähern und dabei auflösen, dann verschmelzen sie in das, was ursprünglich mit Yoga gemeint ist.

Einheit.

Dort gibt es nicht einmal Fragen und Antworten, selbst der innigste Tanz zwischen Betender und Gott, zwischen dem vermeintlich Massierenden und dem vermeintlich Massierten löst sich auf und es gibt nur ein Leben, ein Bewusstsein.

Das ist Yoga.

Das ist Heilung. Das ist Selbsterkenntnis. Das ist Frieden. Wenn die eine Quelle allen Lebens mit sich selbst und aus sich selbst heraus tanzt ohne dabei je ihre Einheit zu verlieren.

Da findet die innigste Berührung statt. Da gibt es nichts als das eine selbe SELBST in allen Menschen.

Viellicht hat das einen guten Grund..

Gestern durfte ich in einer Massage viel lernen. Ich habe geweint und tiefes Mitgefühl erlebt. Der Körper der Frau sprach Bände. Bände einer intensiven und teils leidvollen Biographie. Und einer fast übermenschlichen Stärke, das alles zu ertragen. Eine Stärke und Hingabe dieser Seele an uns Menschen, die von so viel Liebe zeugt, dass ich mich nur tief verbeugen kann. Diese Frau ist ein so wundervolles Wesen, das bei ihrer Geburt so viel Stärke und Feinheit, Weisheit und Verletzlichkeit, ganz viel unschuldige Liebe auf diese Welt mitgebracht hat. Und eine Seinsweise, die vermutlich den meisten Menschen in ihrer Kindheit und Jugend vollkommen fremd war. Ein Wunsch so zu sein, wie ihm die Welt bisher kaum gerecht werden konnte. Und damit auch das tiefe Gefühl, mit allem von sich falsch zu sein.

Und auch wenn ich selbst in meiner Biographie davon mehr als ein Lied singen kann, ist mir erst gestern dieser einfache – wie offensichtliche – Zusammenhang beim Aussprechen so richtig klar geworden..Wer gewohnte kollektive Muster verändern will und radikal Neues mitbringt, kommt eher nicht aus demselben System. Ja, das gibt es auch. Aber zunehmend sehe ich Menschen, die nicht nur Bekanntes weiterentwickeln, sondern der Welt eine tiefgreifend andere Art anbieten.

Manche haben sich nie in ihrer Familie zu Hause gefühlt, andere nirgendwo. Aber genau dort liegt das Geschenk. Deinen eigenen Wert zu erkennen indem du DEINEM einzigartigen Wesen treu bist. Und genau diese einzigartige und vielleicht bisher für die Menschen in deinem Leben fremde Seinsweise, ist es, die die Welt bereichern, verändern, inspirieren, ja vielleicht das Leben vieler Menschen unglaublich verbessern oder retten kann. Wer kann das, wenn nicht du?

Vielleicht berührst du die Herzen deiner Mitarbeiter*innen, vielleicht hilfst du deiner Familie, ihre Traumata zu heilen. Vielleicht berührst du tausende Klient*innen. Vielleicht inspirierst du sogar millionen Leser*innen für Jahrhunderte.

Egal, wie groß der Schmerz des Gefühls des Falschseins bisher war – genau dein Anderssein ist dein Geschenk. Ich würde sogar sagen, deine Aufgabe.

Bitte zeig uns dein wirkliches Selbst. 💛

Zuhören ist für mich eines der wichtigsten Haltungen in meinem Leben. Neben Dankbarkeit und Vertrauen ist es die Qualität, die mein Leben am meisten beschenkt und bereichert.

Nisargadatta Maharaj sagte, dass alle Lehrer sein wollen, aber niemand Schüler.

Mutter Theresa antwortete auf die Frage, was sie im Gebet spreche: „Ich höre zu.“ „Und was spricht Gott?“ „Er hört zu.“

Wie alles in meinem Leben, lebt meine Arbeit davon, hinzuhören.

Auf Deinen Körper, Deine Gefühle, Deine Erlebnisse..Dein gesamtes Feld. Auf alles, was Du mitbringst.

Auf meine Hände, meine innere Stimme, meine Führung von „oben“.

Auf die Verbundenheit.

Auf die Stille.

In meiner Arbeit geht es nicht um mich. Wenn ich einfach massierte und machte, würde ich von mir reden. Von meinen Erfahrungen, Annahmen, gewohnten Abläufen. Nur, in dem ich so gut wie möglich lausche und dem, was ich höre, erlaube, meine Hände zu führen und sich durch mich auszudrücken, kann eine nachhaltige Antwort entstehen.

In diesem Raum sprichst du selbst mit dem Leben.

Natürlich bin ich auch als Mensch verfügbar und einige Sessions leben gerade von dem Austausch und der Interaktion zwischen den beiden Menschen und ihren Qualitäten.

Aber auch da liegt mir es mir am Herzen, immer wieder hinzuhören und zu schauen, was gerade wirklich dran ist. Nur so kann ich eine wirklich gute Arbeit machen. Das ist zumindest meine persönliche Meinung.

Vor zwei Tagen hat mich eine Massage wieder daran erinnert, wo ich mich in meiner Arbeit am wohlsten fühle.

Das Buch „Dünne Haut“ lag in greifbarer Nähe des Massagetisches. Die Frau war im ersten ihrer Tage. Und war wenige Tage zuvor beim Zervixflüstern von Lydia Barthels. (was ich nur empfehlen kann) – Feinfühlig und im nahen Kontakt mit ihrem Körper und Emotionen. Und so haben meine Hände kaum gedrückt.. nur gehalten, berührt und waren präsent. Und genau das ist so oft das richtige im jeweiligen Moment. Dann können Tränen fließen, Schreie ausbrechen, Erleichterung eintreten.

Ja, Muskeln zu massieren und Gewebe zu dehnen kann auch vollkommen Sinn machen. Aber das wäre manchmal schlichtweg zu viel.

Oder – wie auch oft – es würde vom sich-selbst-Spüren des Menschen ablenken. So oft erlebe ich in der Berührung und Körperarbeit, dass weniger mehr ist. Dass der Raum sich dann dafür öffnet, fühlen zu können, was da ist….Und dann Veränderung und Entspannung eintritt.

Die Idee, dass etwas, das im Laufe der Zeit durch Druck verhärtet ist, durch Druck nachhaltig gelöst werden kann.. ist ein Beispiel dafür, wie sehr wir an das Paradigma von Leistung, mehr und stärker gewöhnt sind.

Weichheit, Präsenz und Dasein geben Raum für Tränen, Lachen, das Gefühl von Sicherheit.

Wofür bin ich dankbar?

– Das ist einer meiner Lieblings-Fragen.

Sie hat die Kraft, uns unmittelbar zu dem zu führen, wo wir uns am echtesten fühlen und bei uns sind. Wo wir Liebe (für etwas oder jemanden) spüren und uns dem Leben in einer bejahenden Haltung zuwenden.

Ein Mystiker des Mittelalters sagte, dass „Danke“ das tiefste Gebet sei. Ich glaube, dass Dankbar-sein uns zu unserer wahren Natur führt..wenn sie es nicht sogar ist.

Feststeht, dass Dankbarkeit einen starke positive Wirkung auf das eigene Wohlbefinden, die Gesundheit und das Empfinden von Glück hat.

Daher.. DANKE

Welche Eigenschaften, Talente, Gaben kannst besonders du und vielleicht nur du der Welt anbieten?

Wie würde es aussehen, wenn du dich heute damit zeigst? Wie nächstes Jahr? Wie, ein Leben lang?

Die Welt braucht genau das, worin du am meisten aufgehst.

Und du bist darin in deiner Kraft. Win-win..

Oft haben kleine Veränderungen, die wir bewusst vornehmen, eine viel größere Wirkung als wir denken.

Wenn ein Schiff den Kurs nur um ein Grad ändert, kommt es nach monatelanger Fahrt an einem ganz anderen Punkt an als zuvor.

Insbesondere Veränderungen, die wir aus Liebe zu uns selbst oder anderen vornehmen, haben das Potential, Türen zu ganz neuen Räumen zu öffnen.

Diese Woche hat mich noch einmal daran erinnert, dass ich mein intensives Leben auch deshalb geführt habe, um anderen Menschen auch dann ein Wegbegleiter sein zu können, wenn ihre Seele die radikalen Fragen stellt.

Von Geburt an waren meine Erfahrungen traumatisierend. Ich kenne Gefühle des Ausgeliefertseins, des Schmerzes, der Isolation, der Angst, des Mißbrauchs, des Todeswunsches. Ich habe soviel Schmerzen in meiner Kindheit und Jugend erlebt, war depressiv, drogenabhängig, obdachlos und ohne Hoffnung.

Und nichts davon begründet ein Leben in der Opferrolle.

Das weiß ich heute..Mein Leben ist ein Beispiel dafür, wie radikal sich das Leben ändern kann, wenn man wirklich Verantwortung für Alles übernimmt, das man erlebt. Und wie die Übernahme so viel bereichernder und lohnenswerter ist als in der Opferrolle zu bleiben.

In die eigene Kraft kann man nur auf einem einzigen Weg kommen – indem man sie annimmt. In dem man sie – und damit die Verantwortung – wählt.

Unbestreitbar ist die Tatsache, dass die Art wie wir von jetzt an mit vergangenen Erlebnissen umgehen, unsere eigene Entscheidung ist. Wir können z.B. eine Therapie machen, beten, die Dinge versuchen anders zu betrachten..

Vielleicht deutlich herausfordernder, aber auf jeden Fall lohnenswerter ist die Annahme, dass wir für ALLES verantwortlich waren und sind. Und das wir der (Mit-)Erschaffer aller unserer Erfahrungen sind. Diese Haltung bringt uns RESTLOS in unsere Kraft.

Es gibt Menschen, die glauben, dass wir als Seele bevor wir auf die Erde kommen, dieses Leben mit seinen Erfahrungen frei wählen. Dann hätten wir allem zugestimmt.

Vermutlich weil wir als Seele irgendeinen Wert aus diesen Erlebnissen gewinnen würden und sie uns etwas lehren und uns helfen würden.

Es gibt Menschen, die glauben, dass die Welt – wie wir sie erfahren – der genaue Ausdruck der Glaubenssätze, Konditionierungen und Wünsche unseres eigenen Bewusstsein sind. Als wären wir selbst Beamer vor einer Leinwand, der durch seinen eigenen Film lernt.

Ich finde beide Ansätze als regelmäßige Arbeitshypothesen sehr lohnenswert.

Was würden die beiden Annahmen verändern?

Gestern hatte ich sehr deutlich und kompromisslos geschrieben, dass Verantwortung für alle Erlebnisse des eigenen Lebens zu übernehmen, der Schlüssel zur eigenen Kraft ist.

Heute will ich auf ein paar konkrete Beispiele eingehen und auch die Entwicklungswege würdigen, die die Fähigkeit zur Verantwortungsübernahme begleiten.

Halte ich es auch für angebracht, Menschen, die Hunger haben, Essen zu geben? Menschen, die kein Obdach haben, ein Platz zum Schlafen? Menschen, die ein Ohr brauchen, zuzuhören? Denen, die Umarmungen und Trost benötigen, das anzubieten?

JA. Sonst würde ich die Arbeit, die ich mache, nicht mit ganzem Herzen tun.

Ich selbst weiß, wie wichtig es ist, getröstet und gehalten zu werden, einen Schlafplatz und einfach nur Liebe geschenkt zu bekommen. Und in dem, wie ich mich fühle, einfach gesehen, gehört zu werden und damit sein zu dürfen.

Genauso weiß ich aber auch, wie wichtig es ist, irgendwann an die eigenen Wahlmöglichkeiten und die eigene Kraft erinnert zu werden. Auf die Wege zur Selbstermächtigung hingewiesen zu werden sowie die Schönheit und Freiheit, die darin liegt, ohne die Opferrollen zu leben. Dort einen Spiegel zu haben, der mich aus Liebe und Mitgefühl mit dieser einfachen, harten, aber erlösende Realität konfrontiert.

Und so lange ich glaube, mir hätten Menschen etwas angetan, so lange gebe ich viel meiner Kraft ab. Und ich halte mich selbst von den Erkenntnissen ab, die darin für mich liegen.

So lange ich von meinem Partner oder irgend jemandem verlange, dass er bestimmte von mir festgelegte Dinge „liefern“ und „zeigen“ muss, bevor ich ihm vertrauen kann, bin ich in der Opferrolle.

Vertrauen und Liebe ist eine innere Wahl. Und dann erfahre ich sie auch. So wie ein Mensch, der bis zum Hals in Wasser steht, erst dann seinen Durst löscht, wenn er selbst trinkt.

Und selbst wenn der andere Mensch, das liefert, was ich mir vorstelle, dann zementiere ich dadurch unbewusst meine Kraftlosigkeit nur noch mehr. Solange ich „Opfer“ einer „positiven“ oder „negativen“ Erfahrung bin, bin ich nicht in meiner Kraft.

Ich bin der einzige, der die eigene Kraft vor der eigenen Opferrolle wählen kann. Da führt irgendwann mal kein Weg vorbei.

Diese Frage ist ein guter Wegweiser, um uns die eigene Berufung, verborgene Leidenschaft oder Talente bewusst zu machen.

Ich möchte dich ermutigen, deinem Herzenswunsch zu folgen und darauf zu vertrauen, dass du bereits alles in dir hast, was du für deinen authentischen Weg brauchst. Und das Leben unterstützt uns auch mit allen Kräften.